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Gen Süden

Nach ein paar Tagen wurden wir aber wieder unternehmungslustiger und wollten noch was neues sehen. So fuhren wir eines frühen Morgens einfach los und hofften irgendwo einen schönen Ort zu finden, an dem man sich einen bis zwei Tage lang aufhalten konnte. Unser erstes Ziel war das Mar Menor, ein Binnenmeer das ca. 200 km entfernt war und uns von einem Freund empfohlen wurde. Es hieß, dass es dort sogar ein Surfgebiet geben sollte und so hofften wir, dort ein schönes Plätzchen zu finden. Über die Autobahn kamen wir auch ziemlich früh dort an und bekamen auch recht schnell Hunger, deshalb freuten wir uns schon auf ein gemütliches Frühstück, das wir bisher ausgelassen hatten.


Man musste aber um das ganze Mar Menor herumfahren, um an die interessante Öffnung zum Mittelmeer heranzukommen. Leider entpuppte sich aber schon der erste Blick, den wir auf diese Landzunge erhaschen konnten als recht unspektakulär, aber wir wollten weitersuchen und fanden aber nichts!



Alles was wir zu sehen bekamen waren unglaublich hässliche Hotelanlagen und wenig schönen Strand, so dass wir irgendwann frustriert umkehren mussten. Zu allem Überfluss gab es auf dieser schmalen Landzunge auch nur eine einzige Straße, die vollkommen verstopft war. Dabei wollten wir doch nur so schnell es ging wieder weg! Glücklicherweise fanden wir trotzdem auf dem Weg einen Bäcker, so dass wir wenigstens im Stau unser längst überfälliges Frühstück nachholen konnten.





Der nächste Anlaufpunkt sollte Cartagena sein. Es war ja eine größere Stadt und wir wollten dort einkaufen und nachforschen, ob sich ein längerer Besuch lohnen würde. Aber auch hier waren wir nicht glücklich, kauften aber schnell noch einen billigen Grill und Verpflegung für den Abend und den nächsten Tag. Dann fuhren wir also noch weiter gen Süden und mussten uns erst mal an einer Tankstelle eine neue Straßenkarte kaufen, da unsere nur die Costa Blanca beinhaltete.



Wir kamen aber der Landesgrenze Andalusiens immer näher und sahen das auch deutlich an der immer karger werdenden Landschaft... Die Straßen wurden auch immer ungemütlicher und wir bezweifelten, noch einen schönen Ort zu finden. Wir klapperten noch Puerto Mazarron und Aguilas ab, die südlichsten Orte, welche die Küste des Landes Murcía zu bieten hat. Aber auch der Weg sollte sich wirklich nicht lohnen und wir waren kurz davor, diesen Trip zu verfluchen. Wir konnten aber auch nicht so einfach weiter fahren, da es dort keine Autobahn gab und die Schnellstraßen nur noch ins Landesinnere führten. Also beschlossen wir, zurück zu fahren, etwas anderes blieb uns nicht übrig.

Wir wollten aber nicht direkt wieder zurück, sondern wollten nun die Strecke zwischen Alicante und dem Mar Menor erforschen, die wir vorher nicht weiter betrachtet hatten. Ich erinnerte mich an den Ortsnamen Guardamar, von dem mal gehört hatte, dass es dort einen tollen versteckt gelegenen Strand geben sollte. Wir waren zwar skeptisch, nachdem wir mit dem letzten Tipp ja nicht besonders glücklich waren, aber fuhren trotzdem hin. Es war aber schon so spät, dass wir letztendlich nur noch einen Campingplatz suchen wollten, um dort zu übernachten und den nächsten Tag weiter zu nutzen. Auch das entpuppte sich nicht als einfach, aber bevor wir den Mut ganz verloren, fanden wir doch noch einen netten Platz namens „Rincon de Luna“. Dort grillten wir und hofften, am nächsten Tag mehr Glück zu haben.







Am nächsten Morgen versuchten wir also dort an die Küste zu kommen, um diesen angeblich schönen Strand zu finden. Aber man kam irgendwie nicht ans Wasser. Aber wir blieben hartnäckig und diesmal sollte es sich lohnen. Von der Carretera 332, ca. einen Kilometer von Alicante entfernt gab es einen Schleichweg in Richtung Meer, der etwas abenteuerlich aussah. Aber als wir ihn zurücklegten, merkten wir, dass wir richtig waren und kamen bald zu dem absoluten Traumstrand mit dem schönsten Sand und wenig Menschen. Dort wollten wir nun die hälfte des Tages verbringen, um die Enttäuschung vom Vortag zu entschädigen. Nachmittags machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Heimat.

Einen Ort hatte ich allerdings noch „auf dem Zettel“: La Vila Joyosa. Auch so ein Tipp... der aber genau auf unserem Heimweg lag.



Und ich war froh, diesem Tipp nachgegangen zu sein, denn dort entdeckten wir eine süße Stadt mit vielem süßen bunten Häuschen, die einen ganz besonderen Charme hatte. Wir wollten dort aber nicht lange bleiben, da wir trotz Begeisterung keine Lust mehr aufs Reisen und Gucken hatten, also machten wir uns auf den Weg nach „Hause“. Nur für den Sonnenuntergang machten wir noch einmal Halt zwischen Jávea und Dénia, wo wir unser Abendbrot, ein leckeres Bocadillo, zu uns nahmen.

Das Fazit dieser recht ungewöhnlichen Ausfahrt war, dass wir nie wieder in diese Richtung fahren müssen, da der Teil des Mittelmeeres der unattraktivste und unbewohnteste überhaupt ist. Auch das Mar Menor hat sich nicht gelohnt und wir wissen nun, warum die Costa Blanca so beliebt ist. Sie ist einfach landschaftlich nicht zu übertreffen, hat eine vielfältige Vegetation, Berge und schöne Strände. Die touristischen Ballungszentren stören natürlich teilweise, aber es gibt auch schöne Ecken, wenn man mal etwas weiter abseits sucht.