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Von Hamburg an die Costa Blanca

Im August 2002 haben wir es tatsächlich geschafft, zusammen in den Urlaub zu fahren. Wir hatten beide die ersten zwei Wochen des Monats frei und das Ziel war klar: Nach Spanien an die Costa Blanca, wo wir meine Au Pair Familie von 2000 und vor allem unsere Freundin Steffi in ihren neuen Häuschen besuchen wollten. Wie wir reisen wollten lag auch auf der Hand, da Matze einen VW-Bus fährt hat und wir damit endlich mal eine Tour machen wollten, die über die Ostseeinsel Fehmarn hinaus geht. Außerdem ist man damit so schön flexibel und unabhängig, so dass wir auch ohne Probleme alles erkunden konnten, was uns interessierte. Es war zwar nicht gerade günstiger als ein Flug, aber für uns war es in gewissem Sinne ein kleiner Luxus. Leider hatte ich kurz zuvor eine Knieoperation, so dass ich an Gehhilfen gebunden war und kein Auto fahren konnte. Also musste Matze die ganze Strecke alleine bewältigen, was aber nicht schlimm war, da er ein guter Autofahrer ist. Ich machte uns also einen Plan und überlegte, wo man am besten die erste Nacht verbringen könnte. Im Internet fand ich schnell einen Ort in Südfrankreichs Bergen, den ich uns für die erste große Rast aussuchte. So hatten wir die ca. 2300 km lange Strecke gut aufgeteilt und sogar noch eine nette noch unbekannte Gegend in Frankreich zu entdecken. Mit dem ADAC Tour-Planer stellten wir unkompliziert die Route auf und konnten am 1. August unbeschwert starten.



Der Tag war schon morgens sehr schön, als wir vollbepackt und voller Vorfreude unsere Reise in Hamburg begannen. Wir fuhren über Kassel, vorbei an Frankfurt in Richtung Freiburg. Die Fahrt verlief super ohne größere Zwischenfälle oder Staus. Und wenn Matze mal müde wurde, hielten wir einfach an, kochten Kaffee und ruhten uns ein wenig aus.





Direkt an der Grenze zu Frankreich erwartete uns ein heftiger Regenschauer, den wir aber schnell hinter uns ließen. So fuhren wir über Valence nach Vallon Pont d’Arc, dem Ort an der Ardeche, wo wir übernachten wollten. Wir fanden schnell einen schönen recht wilden Campingplatz direkt am Fluss, den „Arc Canoë“. Das besondere an diesem Ort war der wunderschöne Felsbogen („Arc“), durch den der Fluss führte, und ohne es zu wissen, hatten wir den Campingplatz erwischt, dessen Strand direkt an diesem Bogen lag. Allerdings haben wir uns daran nicht allzu lange erfreut, da wir viel zu müde waren.



Am nächsten Morgen bewaffneten wir uns schnell mit frischen Croissants und Baguette und fuhren ziemlich zügig Richtung Perpignan zur Spanischen Grenze und dann nur noch geradeaus, das Mittelmeer links von uns, immer weiter in Richtung Süden. Vorbei an Barcelona, Tarragona, Castellon, Valencia und diversen Osbourne-Stieren, bis wir endlich die Autobahnabfahrt „Ondara / Dénia / Jávea“ vor uns sahen. Schnell begann ich mich wieder an die Gegend zu erinnern und fand problemlos den Weg in das kleine Dorf namens Pamis, in dem unsere Freundin Steffi nun wohnte. Dort war gerade Fiesta und die einzige Straße des Dorfes war für das Stiertreiben oder eher Kälbertreiben gesperrt. Also mussten wir das Auto am Ortseingang stehen lassen und gingen die letzten Schritte zu Fuß weiter. Den Abend, der natürlich mit großer Wiedersehensfreude begann, ließen wir ruhig ausklingen, in dem süßen kleinen Häuschen, von dem aus wir nur noch die Fiesta in dem beschaulichen Ort beobachteten...